Stuttgart warnt: Keine lebenden Tiere als Geschenk wegen zunehmender illegaler Importe

Stuttgart warnt: Keine lebenden Tiere als Geschenk wegen zunehmender illegaler Importe
Stuttgart warnt: Keine lebenden Tiere als Geschenk wegen zunehmender illegaler Importe

Das Veterinäramt der Stadt Stuttgart meldet seit Monaten eine Zunahme illegal importierter Hunde und Katzen. Vor den Feiertagen appellieren Behörden an mögliche Tierkäufer, keine lebenden Tiere zu verschenken und sich vor einer Anschaffung sorgfältig über Herkunft und Anforderungen zu informieren.

Probleme bei illegalen Importen

Nach Angaben des Amtes werden Welpen und junge Katzen oft über viele Stunden in kleinen Transportboxen quer durch Europa transportiert. Käufer berichteten, dass die Tiere teils vor der Haustür oder auf Parkplätzen übergeben werden. Häufig sind die Tiere unvollständig geimpft und entwurmt, aus schlechten Haltungsbedingungen stammend und zu früh von der Mutter getrennt. Bei Ankunft leiden sie nicht selten an Durchfall, Bindehautentzündungen oder schwereren Erkrankungen. Fehlt eine angemessene Sozialisierung, kann das zu anhaltender Angst vor Menschen und Alltagsreizen führen.

Ein niedriger Kaufpreis kann sich schnell relativieren. Tierarztkosten für Folgeerkrankungen bewegen sich oft im drei- bis vierstelligen Bereich. Hinzu kommen mögliche Kosten durch behördlich angeordnete Quarantäne, wenn der Tollwutschutz unzureichend ist.

Rechtliche Vorgaben und gesundheitliche Risiken

Für die Einfuhr von Hunden und Katzen nach Deutschland gelten klare Vorschriften. Innerhalb der Europäischen Union ist ein Grenzübertritt vor Vollendung von 15 Wochen nicht zulässig, weil eine Tollwutimpfung erst ab diesem Alter wirksam sein kann. Aus bestimmten Drittländern ist die Einfuhr erst ab einem Alter von sieben Monaten erlaubt. In diesen Fällen sind zusätzlich eine Blutuntersuchung und eine dreimonatige Wartezeit erforderlich. Die Vorschriften dienen dem Schutz vor Tollwut, einer für Tiere und Menschen tödlichen Erkrankung.

Die Stadt weist auch auf sogenannte Qualzuchten hin. Bestimmte Rassen leiden häufig unter zuchtbedingten Fehlbildungen und benötigen regelmäßige tierärztliche Betreuung. In Stuttgart wurden etwa Möpse mit schweren Augenerkrankungen, Bulldoggen mit Atemproblemen und Chihuahuas mit Zahnproblemen festgestellt, die nicht immer adäquat versorgt wurden.

Empfehlungen für Käufer

Das Amt für öffentliche Ordnung rät, vor einer Anschaffung fachlichen Rat zu Haltungs- und Pflegeanforderungen sowie zu rassespezifischen Bedürfnissen einzuholen. Käufer sollten prüfen, welche Tierart und welche Rasse zur eigenen Lebenssituation passt und welche Bestimmungen für den Import gelten. Bei Internetanzeigen warnen die Behörden vor falschen Angaben und gefälschten Papieren.

Wer Zweifel an der Herkunft eines Tieres hat, soll sich an das zuständige Veterinäramt oder an den Tierarzt des Vertrauens wenden. Nach dem Tierschutzgesetz müssen Tierhalter über die für die Haltung erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Vor jeder Anschaffung sei daher zu prüfen, ob ausreichend Zeit, Platz und finanzielle Mittel vorhanden sind.

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