Stuttgart plant rund 200 Mobilitätsstationen zur Verknüpfung von Bus, Bahn und Sharingangeboten

Stuttgart plant rund 200 Mobilitätsstationen zur Verknüpfung von Bus, Bahn und Sharingangeboten
Stuttgart plant rund 200 Mobilitätsstationen zur Verknüpfung von Bus, Bahn und Sharingangeboten | Bild: Roman Eisele / CC BY-SA 4.0

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik in Stuttgart hat am 16. Dezember ein Konzept für ein stadtweites Netz von Mobilitätsstationen zur Kenntnis genommen. Ziel ist es, an zentralen Orten mehrere Verkehrsangebote zu bündeln, den Umstieg auf klimafreundliche Verkehrsmittel zu erleichtern und den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren.

Zielsetzung und räumliche Verteilung

Das Konzept sieht rund 200 potenzielle Standorte im gesamten Stadtgebiet vor. Geplant ist eine Mischung aus großen Umsteigepunkten an wichtigen Knoten des öffentlichen Nahverkehrs, Stationen an bedeutenden Zielorten sowie quartiersbezogenen Angeboten in Wohngebieten. Die Verteilung soll so erfolgen, dass ein Großteil der Bevölkerung eine Station innerhalb weniger Gehminuten erreichen kann. Die Größe und Funktion jeder Station werden bedarfsgerecht und nach örtlichen Gegebenheiten festgelegt.

Ausstattung und Erkennbarkeit

Jede Station soll über eine Grundausstattung verfügen. Vorgeschrieben sind unter anderem Carsharing, sichere Fahrradabstellmöglichkeiten, eine Informationsstele, Beleuchtung und ein barrierefreier Zugang. Mindestens zwei unterschiedliche Verkehrsmittel müssen an jeder Station verfügbar sein. Darüber hinaus wird eine Gestaltungsrichtlinie erarbeitet, um ein einheitliches Markendesign im öffentlichen Raum sicherzustellen und vorhandene Standards soweit möglich zu integrieren.

Organisation, Planung und Umsetzung

Für Planung, Umsetzung und Betrieb richtet die Stadt eine verwaltungsinterne Arbeitsgemeinschaft Mobilitätsstationen ein. Unter Federführung des Amts für Stadtplanung und Wohnen sollen alle relevanten Ämter sowie städtische Unternehmen eingebunden werden. Die Umsetzung ist als schrittweiser Prozess angelegt. Die Priorisierung der Standorte richtet sich nach Nutzungspotenzial, räumlicher Ausgewogenheit und der Einbindung bereits vorhandener Angebote. Über den Fortschritt soll die Verwaltung regelmäßig in den zuständigen Gremien berichten.

Prüfung zusätzlicher Fahrradservices

An besonders stark frequentierten Standorten prüft die Stadt die Einrichtung von Fahrradstationen mit erweiterten Dienstleistungen. Denkbar sind bewachte Abstellmöglichkeiten, Reparaturservices und weitere Services rund ums Fahrrad. Voraussetzung für eine Umsetzung sind eine ausreichende Nachfrage und ein tragfähiges Betreiberkonzept. Die Verwaltung erarbeitet dazu die Anforderungen, Zuständigkeiten und mögliche Betreibermodelle.

Mit dem vorgelegten Konzept beginnt nun die Vorplanung erster Projekte aus dem Klimamobilitätsplan. Parallel werden Ressourcenbedarf und organisatorische Grundlagen geprüft, um den Ausbau der Mobilitätsstationen koordiniert voranzutreiben.

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