
Die Stadt Stuttgart wird am 10. März die tibetische Flagge hissen und damit an den Volksaufstand in Tibet von 1959 erinnern. Die Aktion erfolgt im Rahmen der internationalen Kampagne Eine Flagge für Tibet, die in diesem Jahr ihr 30 Jahre Bestehen feiert und auf Menschenrechte, Freiheit und kulturelle Identität aufmerksam macht.
Gedenken an den Aufstand von 1959
Am 10. März 1959 erhoben sich Tausende Tibeterinnen und Tibeter gegen die Besatzung ihres Landes. Der gewaltlose Protest wurde von der chinesischen Armee niedergeschlagen. Nach Angaben von Zeitzeugen und Dokumentationen kamen Zehntausende Menschen ums Leben. Die öffentliche Erinnerung richtet sich auch an jene, die bis heute unter Einschränkungen ihrer religiösen und kulturellen Freiheiten leiden oder ihr Leben verloren haben.
Die Flaggenaktion und ihre Entwicklung
Die Kampagne Eine Flagge für Tibet besteht seit 1996. Stuttgart unterstützt die Aktion seit Beginn. Während damals 21 Kommunen Pionierarbeit leisteten, wird die Initiative inzwischen von mehr als 450 Städten und Gemeinden unterstützt. Mit dem Hissen der Flagge beteiligt sich Stuttgart an einer internationalen Aktion, die auf die anhaltenden Menschenrechtsfragen in Tibet aufmerksam machen will.
Aktuelle Lage und lokale Bedeutung
Menschrechtsorganisationen berichten weiterhin von Einschränkungen der Meinungs und Religionsfreiheit in Tibet, von willkürlichen Verhaftungen und von staatlichen Maßnahmen, die die tibetische Kultur zu verdrängen versuchen. Tibet steht seit Jahrzehnten für einen friedlichen Widerstand gegen Unterdrückung. Auch der Dalai Lama plädiert konsequent für gewaltfreien Protest.
Die Bürgermeisterin für Soziales, Gesundheit und Integration, Dr. Alexandra Sußmann, hob die lokale Perspektive hervor und erklärte, dass das Hissen der Flagge nicht nur an ein historisches Ereignis erinnere, sondern zugleich Solidarität mit Menschen ausdrücke, denen grundlegende Rechte und ihre kulturelle Identität genommen worden seien. Viele Tibeterinnen und Tibeter lebten seit Jahrzehnten im Exil und hätten in der Fremde ein neues Leben aufgebaut. Die Flaggenaktion sei ein sichtbares Zeichen für Respekt, Toleranz und gegenseitiges Verständnis und diene dazu, auf die universelle Geltung der Menschenrechte hinzuweisen.
Die Stadt kündigte an, die Aktion auch künftig zu unterstützen. Die Flagge soll am 10. März als öffentliches Zeichen gehisst werden, um an die Ereignisse von 1959 zu erinnern und Aufmerksamkeit für die fortbestehenden politischen und kulturellen Fragen in Tibet zu erzeugen.
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