
Am 10. Juli 2018 leuchtete der Himmel über Süddeutschland für wenige Sekunden hell auf. Ein fußballgroßer Meteoroid trat in die Atmosphäre ein, zerbarst und hinterließ Bruchstücke in der Nähe von Renchen. Nach systematischer Feldsuche konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sechs Steinmeteorite mit insgesamt 1,23 Kilogramm sichern. Es ist der erste wissenschaftlich bestätigte Meteoritenfall in Baden Württemberg.
Beobachtung und Rekonstruktion
Das Feuerphänomen dauerte nur rund vier Sekunden, löste aber europaweit Interesse aus. Meteorkameras des Europäischen Feuerkugel Beobachtungsnetzwerks filmten den Himmelsvorgang, wodurch die Flugbahn des Objekts und das wahrscheinliche Einschlagsgebiet genau berechnet werden konnten. Solche lückenlosen Messungen sind selten. Weltweit sind bislang nur etwa 30 vergleichbare Fälle dokumentiert, bei denen ein fallender Meteoroid von professionellen Kameras erfasst wurde.
Aufwendige Suche und Bergung
Die Auffindung der Bruchstücke gestaltete sich trotz der berechneten Zone schwierig und zog sich über Jahre hin. Forscher suchten das Gebiet systematisch ab, unter anderem Mitarbeiter des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt. Am Ende wurden im Raum Renchen sechs Stücke entdeckt und gesichert. Die Gesamtmasse der Proben beträgt 1,23 Kilogramm. Die Funde ermöglichen eine detaillierte geologische Untersuchung des Materials und liefern Daten über frühe Phasen des Sonnensystems.
Vortrag im Planetarium Freiburg
Über die Suche und die wissenschaftliche Auswertung berichtet der Astrophysiker Dieter Heinlein vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt am Donnerstag, den 29. Januar, um 19:30 Uhr im Planetarium Freiburg. Der Eintritt beträgt vier Euro. Karten können telefonisch unter 0761 3890630 oder online unter www.planetarium-freiburg.de reserviert werden.
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