
Im Frühjahr machen sich wieder Tausende Amphibien auf den Weg zu ihren Laichgewässern. In Stuttgart reagieren Stadtverwaltung und Naturschutzorganisationen mit Zäunen, Durchlässen und zeitweisen Straßensperrungen, um die Tiere zu schützen und die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Warum die Wanderung beginnt und welche Arten betroffen sind
Viele sogenannte Traditionslaicher wie Erdkröten, Grasfrösche, Bergmolche und Feuersalamander kehren in den Monaten Februar bis Mai an die Gewässer zurück, in denen sie selbst geboren wurden. Auslöser sind Temperaturanstiege ab etwa vier bis fünf Grad Celsius, Regen verstärkt die Wanderbewegungen. Beim Überqueren von Straßen besteht für die Tiere ein hohes Risiko, durch den Straßenverkehr getötet zu werden. Amphibien sind gesetzlich besonders geschützt.
Konkrete Schutzmaßnahmen in Stuttgart
Das Garten, Friedhofs und Forstamt richtet an mehreren Stellen Schutzzäune ein. Namentlich betroffen sind unter anderem die Solitude, die Scharnhauser Straße, die Waldebene Ost und die Falkenstraße in Möhringen. Zusätzlich gibt es dauerhafte Leiteinrichtungen mit Amphibiendurchlässen sowie verkehrsbehördliche Maßnahmen an bekannten Wanderstrecken. Warnschilder mit dem Hinweis auf Krötenwanderung kennzeichnen die betroffenen Abschnitte.
Der Naturschutzbund Stuttgart kontrolliert die Zäune täglich und bringt die Amphibien bei Bedarf sicher über die Straßen. Stadt und NABU führen die Maßnahmen jährlich gemeinsam durch.
Verkehrseinschränkungen und Verhaltensempfehlungen
In ausgewählten Gebieten werden nachts temporäre Sperrungen während der Hauptwanderzeiten eingerichtet. Im Naturschutzgebiet Unteres Feuerbachtal mit umgebenden Hangwäldern ist die Verbindungsstraße zwischen Zazenhausen und Mühlhausen in diesen Nächten gesperrt. Die Buslinie 53 wendet an der Haltestelle Zazenhausen Steigle; die Haltestellen Bachhalde, Schloss und Mühlhausen entfallen an den Sperrtagen. Sperrtermine werden von der Stuttgarter Straßenbahnen bekanntgegeben.
Weitere örtliche Einschränkungen gelten unter anderem im Oeffinger Scillawald, am Grünen Heiner und beim Sportplatz Uhlbach. An mehreren Straßenabschnitten gelten temporäre Geschwindigkeitsbegrenzungen von zehn Kilometern pro Stunde, zum Beispiel in der Eichenparkstraße und in der Rosshaustraße.
Verkehrsteilnehmende werden gebeten, besonders in den Monaten Februar bis Mai und bei Regen vorsichtig zu fahren, die ausgeschilderten Bereiche zu beachten und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer nicht zu behindern. Im Einzelfall kann es ratsam sein, die gewohnte Route zu verlassen, um Kollisionen mit wandernden Amphibien zu vermeiden.
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