
An der Blauen Brücke ist ein neues Taubenquartier offiziell eröffnet worden. Die Stadt Freiburg und die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg setzen damit ihr tierschutzorientiertes Stadttauben Management fort. Ziel ist es, durch gezielte Betreuung und Populationskontrolle städtische Verschmutzungen zu reduzieren und zugleich die Lebensbedingungen der Tiere zu verbessern.
Standortwahl und Kapazität
Der Standort an der Blauen Brücke wurde gewählt, weil eine zuvor von Tauben genutzte Öffnung in der Konstruktion der Stadtbahnbrücke geschlossen werden musste. Um zu verhindern, dass die Tiere in den Stadtteil Stühlinger ausweichen, wurde ein Container als alternativer Nist und Aufenthaltsort aufgestellt. Der Umbau des Containers erfolgte innerhalb von drei Wochen, aufgestellt wurde er im September 2025.
Aktuell werden dort etwa 90 Tauben versorgt. Langfristig bietet das Quartier Platz für rund 250 bis 300 Tiere. Die Betreuung übernehmen zwei Teilzeitkräfte der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung. Zusätzlich werden Tauben vom Konzerthaus derzeit angefüttert und sollen später ebenfalls in das Taubenquartier einziehen.
Konzept und bisherige Wirkung
Hinter dem Projekt steht ein Konzept, das auf Fütterung, sichere Brutplätze und tierschutzgerechte Populationskontrolle setzt. Eier werden durch Attrappen ersetzt, um das Brutverhalten zu regulieren, ohne den Tieren zu schaden. Nach Angaben von Verantwortlichen halten sich die Tauben nach einer Eingewöhnungsphase zu 80 bis 90 Prozent der Zeit in den Schlägen auf. Spezielles Futter soll außerdem die Verschmutzung im öffentlichen Raum verringern.
Die Stadt verweist auf frühere Erfolge des Modells. In der Schwabentorgarage leben inzwischen rund 350 Tauben. Anliegende Stadtgebiete wie die Oberwiehre seien dadurch weitgehend taubenfrei geworden, und Anwohnende berichteten von weniger Verschmutzungen.
Kooperationen und Finanzierung
Das Projekt wurde gemeinsam mit engagierten Privatpersonen und der Initiative Respektiere Tauben realisiert. Nach Angaben der Initiative wurden in den drei Taubenschlägen seit 2021/22 mehr als 8000 Eier gegen Plastikattrappen ausgetauscht. Die kontinuierliche Betreuung sei entscheidend dafür, dass die Vögel im Schlag blieben und sich die Situation im öffentlichen Raum entspanne.
Ein Grundstück für das Taubenquartier stellte der Unternehmer Peter Unmüßig kostenfrei zur Verfügung. Die ASF hebt zudem hervor, dass die Betreuung sozialpolitische Aspekte berührt: Teilweise übernehmen ehemalige langzeitarbeitslose Personen die Versorgung der Tiere und erhalten so eine verlässliche Tätigkeit.
Ausblick
Die Stadt plant nach dem offiziellen Start weitere Standorte. Als nächster Schritt ist ein Taubenschlag im Dachgeschoss des Historischen Kaufhauses vorgesehen, um den Münsterplatz und die Innenstadt zu entlasten. Eigentümer anderer Stadtteile haben laut Verwaltung bereits Interesse an ähnlichen Lösungen signalisiert.
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