Esslinger Freiwillige vermitteln seit 25 Jahren digitale Alltagskompetenz

Esslinger Freiwillige vermitteln seit 25 Jahren digitale Alltagskompetenz
Esslinger Freiwillige vermitteln seit 25 Jahren digitale Alltagskompetenz

Seit einem Vierteljahrhundert unterstützen Ehrenamtliche in Esslingen Menschen beim Einstieg in die digitale Welt. In dem Projekt arbeiten aktuell 33 Digitalmentorinnen und Digitalmentoren, die an fünf Standorten Beratung und praktische Hilfe anbieten. Die Angebote richten sich vor allem an ältere Nutzerinnen und Nutzer und reichen von der Übertragung von Fotos bis zu Fragen zu Apps und Online-Tickets.

Angebot und Alltag der Mentorinnen und Mentoren

Die Bandbreite der Anliegen ist groß. Oft geht es um grundsätzliche Bedienfragen bei Tablets und Smartphones, zunehmend aber auch um konkrete Hardwareprobleme. Der 82 Jahre alte Hans Nawratil ist nahezu von Beginn an beteiligt und berichtet, dass er ursprünglich mit dem Wunsch angefangen habe, selbst weiterzulernen. Bis heute gewinne er bei den Einsätzen neue Erfahrungen.

Ingrid Pfannstein arbeitet seit drei Jahren im Wohnstift Radäcker in Sulzgries. Sie betreut vorwiegend Menschen im Alter von 60 bis 90 Jahren, viele davon im betreuten Wohnen. In Einzelfällen besucht sie Ratsuchende auch zuhause, beispielsweise um beim Austausch einer Druckerpatrone zu helfen. Der 68 Jahre alte Elektrotechniker Michael Maurer ist im Mehrgenerationenhaus und Bürgerhaus Pliensauvorstadt aktiv. Sein Schwerpunkt liegt häufig auf technischen Reparaturen, etwa beim Austausch von Akkus oder Festplatten. Gemeinsam mit Pfannstein und einer weiteren Freiwilligen koordiniert er die ehrenamtliche Leitung und organisiert regelmäßige Treffen zum Austausch.

Entwicklung seit der Gründung

Die Stadt Esslingen hat das Projekt im Jahr 2001 gestartet. Zunächst wurden drei Pilotschulen mit geöffneten PC-Räumen genutzt, ein Jahr später gab es bereits 19 Standorte in der Stadt. Das Angebot blieb in den folgenden Jahren bestehen, wenn auch mit Schwankungen.

Die Pandemie führte zu einem neuerlichen Nachfrageanstieg, weil viele Menschen Videokonferenzen mit Angehörigen einrichten wollten. Mit Fördermitteln des Landes wurden die Standorte schrittweise mit neuer Technik ausgestattet. Auf städtischer Seite sorgt ein Team für die Infrastruktur, für Weiterbildungen der Freiwilligen und für Dankesveranstaltungen. Die Verantwortlichen betonen, dass das Engagement der Mentorinnen und Mentoren die digitale Selbstständigkeit der Teilnehmenden fördert und der Bedarf voraussichtlich anhalten wird.

Standorte und Beteiligung

Die Beratungen finden an fünf Orten in der Stadt statt: im Forum Esslingen, in der Stadtbücherei, im Café Meisennest in Berkheim, im Mehrgenerationenhaus und Bürgerhaus Pliensauvorstadt sowie im Wohnstift Radäcker in Sulzgries. Die Teilnehmenden sind zwischen Ende 20 und über 80 Jahren alt. Die Initiative koordiniert zudem Schulungen und Vernetzungstreffen, um die Qualität der Unterstützung zu sichern.

Die Stadtverwaltung und die Sozialverwaltung würdigen das Engagement der Freiwilligen als Beitrag zur digitalen Teilhabe. Träger und Beteiligte sehen in den ehrenamtlichen Angeboten eine nachhaltige Ergänzung kommunaler Bildungs- und Beratungsstrukturen.

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